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  • markusnoerthemann

Depressionen

Weit verbreitet, selten respektiert & oft unverstanden, gelegentlich mit körperlichen Schmerzen verbunden, seelische Schmerzen dominieren, eine andere Sicht unserer Welt, Schattenspiele unserer Seele, die Depressionen...

Verläufe, Intensitäten, Besonderheiten sind in einer systematischen Unterteilung dieser affektiven Störung wiederzufinden. Verbindungen zu anderen Störungen bzw. Krankheitsbildern sind häufig. Von scheinbarer Melancholie bis qualvoller Todessehnsucht sind alle Nuancen bei Depressionen vertreten... der Gegenpool, die Manie, spielt hin und wieder mit hinein, in die gestörte Gefühlswelt.

Es quält die Betroffenen, stört das Umfeld, schädigt Gesellschaft & Wirtschaft und breitet sich wie ein gewaltiger Schleier über große Teile der Bevölkerung aus... wie kann es sein, dass selbst an so wundervollen Plätzen dieser Erde, wie den Kanarischen Inseln, die Depressionen gerade eine Hochkonjunktur erfahren?

Für die Diagnose kann das ICD10 behilflich sein; das sogenannte Beck-Depressions-Inventar oder die Hamilton Depressionsskala sind dienlich.

Es ist für die Betroffenen schmerzhaft, wer will von außen dieses Leid verstehen oder gar nachempfinden?... dann doch lieber wegschauen und so tun, als sei alles „normal“?

Die Ursachen sind multifaktoriell... eine Stoffwechselstörung in unserem Transmitterhaushalt, hervorgerufen, weil vielleicht die Gene dieses seelische Programm so abspielen, weil schwerwiegende Anlässe einen Menschen regelrecht zerstört oder zumindest erschüttert haben; weil die betroffene Person sich bestimmte Denk- & Verhaltensmuster antrainiert hat oder weil unsere Gesellschaft inklusive der Sozialisierung vom Säugling bis zum Greisenalter bestimmte Standards festlegt oder weil andere Umwelteinflüsse, biologischer, chemischer, physischer Natur kräftig einwirken oder fehlen.

Für die diejenigen, welche aus dem Inneren heraus oder mit therapeutischer Unterstützung oder aufgrund eines komplizierten Diagnoseverfahrens das Glück haben, die Hauptursache zu wissen, Herzlichen Glückwunsch... das kann lebensrettend sein... Doch was tun, wenn nicht eindeutig die Ursache erfasst werden kann?

„Rumdoktern“ bis irgendetwas wirkt? Hoffen, „was von alleine kommt, geht auch wieder von ganz alleine“?


Es bedarf viel Zeit und eine ganz besondere Emphatische Gabe, sich so intensiv wie möglich in die Depressionen der betroffenen Person „hineinzufühlen“, um nach ihr zu greifen, wie „ein in den Brunnen gefallenes Kind“. Viele Therapeuten haben jedoch schon Angst davor „in den Brunnen“ zu schauen, weil sie befürchten „in den Brunnen mit hinein zu fallen“ oder weil sie es nicht ertragen würden, wenn „ein in den Brunnen gefallenes Kind sich doch dazu entschieden hat, mehr zu trinken und zu versinken“, manche Therapeuten reichen „ein Seil hinunter“ mit der Hoffnung, „dass das Seil lang genug ist oder dick genug oder das Kind sich daran mit eigener Kraft hochziehen kann“, einige Therapeuten entscheiden sich regelmäßig einen „Rettungsring in den Brunnen dem Kind zuzuschmeißen“ und gelegentlich „etwas zu Essen“ zu reichen. Eines ist klar, nachdem „das Kind in den Brunnen gefallen oder absichtlich gesprungen ist, auf der anderen Seite erwartet uns nur vielleicht „Frau Holle“, um geprüft zu werden, ob wir unser „Karma“ bereits erfüllt haben oder als „Engel auf Erden„ zurückkehren oder wie auch immer die Welt aussehen mag.

Was passiert eigentlich wenn wir dem „im Brunnen gefallenen Kind“ alles gleichzeitig bieten und unternehmen? „Rettungsring reinwerfen“, „Seil runterreichen“, „langsam Wasserspiegel erhöhen“, „die obere Brunnenmauer vorsichtig abreißen“, zusätzliche Helfende holen und gleichzeitig „mit dem Kind zusammen fröhliche Lieder anstimmen und singen“ und dabei auch noch „gemeinsam die Schulaufgaben“ beantworten.

Nur so kann einer der schlimmsten Momente in einem Leben zu einer bedeutenden Lebenserfahrung werden und vorbereiten, für das eigentliche Leben.

All diejenigen, welche sich ausgesprochen fühlen, aus eigenem Leid heraus erkennen oder zumindest ahnen, worauf ich hinaus möchte, mit dem stark verharmlosenden Bild „das Kind im Brunnen“... ich habe vielen „Kindern aus dem Brunnen“ geholfen und kann anderen Therapeuten dies ebenso ans Herz legen, zu tun.




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